IOTA-Aktivierung Hellesøy EU-055 – Funkbetrieb & Angeln am Hjeltefjord

Allgemein

Für etwas mehr als eine Woche ging es im September 2026 erneut nach Hellesøy zum Angelurlaub und zur IOTA-Aktivierung. Hellesøy befindet sich etwa 50 km nördlich von Bergen in Norwegen auf der Insel Forhjelmo. Die Insel gehört zu einer Reihe von Eilanden, die sich entlang des Hjeltefjords von Bergen aus gen Norden erstrecken.

Von Bergen aus kann man die Insel Forhjelmo bequem mit dem Auto erreichen, da die Inseln hier zum Großteil durch Brücken miteinander verbunden sind. Kleinere, abgelegene Inseln werden per Wassertaxi angefahren oder die Bewohner nutzen ihr eigenes Boot. Der nördliche Teil von Hellesøy dient als eine Art Erholungsort für die „Großstädter“, und eine Vielzahl der Häuser wird dort an Angelfreunde vermietet.

Funken und Angeln

Am Abend und an Schlechtwettertagen bleiben einem hier nur Wandern, Lesen, Relaxen oder Funken. Das Haus hatten wir in diesem Jahr zum ersten Mal gemietet, weshalb ich vorab noch gar nicht so recht wusste, wo ich den Antennentuner und den Mast anbringen konnte. Abspannmaterial hatte ich reichlich dabei, ebenso verschiedene Antennen.

Letztlich kam wieder meine G5RV zur Anwendung. Sie dient mir schon seit vielen Jahren als Portabelantenne, machte hier aber komischerweise zunächst Probleme: Mit dem internen Tuner des Icom IC-7300 konnte ich die Antenne kaum anpassen. Für eine Vertikalantenne hatte ich jedoch noch meinen externen MFJ-Autotuner im Gepäck – und damit „spielte“ die G5RV schließlich einwandfrei. Im letzten Jahr wollte der MFJ-Tuner noch nicht so recht, weshalb mir damals nur wenige Bänder zur Verfügung standen.

Zu Hause hatte ich den Laptop mit OpsLog bereits vorbereitet und ausführlich getestet, sodass ich vor Ort sehr schnell QRV war.

Bedingungen vor Ort

Durch die vielen Felsen konnte ich abseits des Hauses keine Vertikalantenne errichten, da man ohne zu bohren schlicht nichts befestigen kann. Daher blieb nur die Lösung, den Mast direkt am Balkongeländer anzubringen. Mit einem Spanngurt fixiert, hielt der Mast dem starken Wind problemlos stand.

Direkt neben dem Haus ragen allerdings hohe Felsen auf. Anfangs hatte ich Bedenken wegen möglicher HF-Einstrahlungen – ähnlich wie in den Vorjahren. Dieses Mal verlief der Funkbetrieb jedoch völlig reibungslos, ohne dass der PC verrücktspielte.

Im hohen Norden sind die HF-Bedingungen naturgemäß anders als zu Hause:

  • 15m-Band: Es kam kaum ein QSO ins Log. Das Band schloss gefühlt sehr früh oder wollte gar nicht erst richtig öffnen.

  • 17m-Band: Ging ebenfalls schon am späten Nachmittag zu. Die Öffnungen lagen meist zwischen Mittag und 15:00 bis 16:00 Uhr UTC.

  • 40m- bis 20m-Band: Richtig verlässlich und durchgehend nutzbar.

  • 60m-Band: Konnte ich mit der G5RV ebenfalls nutzen. In Norwegen darf das 60m-Band zwar nur mit einem Watt Sendeleistung gefahren werden, dennoch fanden einige Stationen den Weg ins Log.

Unter dem Strich konnten Verbindungen mit 6 Kontinenten gearbeitet werden, wobei naturgemäß die meisten QSOs mit europäischen Stationen zustande kamen.

Angeln auf der Nordsee

Der Hauptgrund für unsere Reise war aber natürlich nicht nur das Funken. Unser eigentlicher Zielfisch war der Seehecht – doch der machte sich leider rar. Dafür gingen Seelachs, Leng, Pollack, Schellfisch und Makrelen an den Haken. Dorsche waren durchweg zu klein, weshalb wir sie behutsam zurückgesetzt haben.

Wenn das Wetter mitspielte, ging es auch mal weiter raus auf die offene See. Ansonsten mussten wir Schutz im Windschatten der Inseln suchen. Wind und Strömung zogen uns andernfalls in alle Richtungen, und die Wellen schüttelten unser kleines Angelboot gewaltig durch. Abends wurden die Fische filetiert und eingefroren; einige landeten direkt frisch in der Pfanne. Die Makrelen wandern demnächst in den Rauch, da sie sich frisch nicht so lange lagern lassen.

Fazit

In den Tagen vor Ort kamen rund 1.200 QSOs ins Log. Über LoTW, eQSL und Clublog werden die Logdaten zu Hause hochgeladen. Es konnten 70 DXCC-Entities auf 6 Kontinenten geloggt werden – im Vergleich zum Vorjahr sind das gute 400 QSOs mehr, alle in FT4 und FT8.

Der Icom IC-7300 lief in Kombination mit dem MFJ-Autotuner und der G5RV dieses Mal absolut stabil. Der gute alte DX-Wire-Mast hielt dem rauhen Wind bestens stand. Auf dem Heimweg werden die Logs final hochgeladen; QSL-Karten werden in diesem Jahr gedruckt und versendet. Das IOTA-Komitee wird ebenfalls über die Aktivierung informiert, damit die Verbindungen für das IOTA-Diplom gewertet werden können. Die IOTA-Referenz ist allerdings nicht übermäßig selten, da direkt um die Ecke auch ein einheimischer OM wohnt (wie aktiv dieser ist, weiß ich allerdings nicht).

Vielen Dank an alle Stationen, die LA/DM2RM angerufen haben! Mal schauen, wann wir im nächsten Jahr wieder hier sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert