160m Sloper – einfach und effizient

DX auf den Lowbands ist immer mit etwas Aufwand verbunden. Man benötigt eine gute Empfangsantenne, wie z.B. eine Beverage oder Loop-Antennen in verschiedensten Bauformen. Bei der Sendeantenne ist gerade beim 160m -Band die Höhe entscheidend und möglichst auch der Abstrahlwinkel. Eine gute Vertical ermöglicht eine flache Abstrahlung und das Optimum wäre eine „Lambda-Viertel“, die sich nicht jeder in den Garten oder vor das Haus stellen kann. Verkürzte Verticals sind da schon eher die besser Lösung. Wenn jedoch der Platz fehlt und wenigstens ein Tower nutzbar ist, kann man sich diesem auch als Teil einer Antenne zu Nutze machen.

Hierbei kommt der Sloper (Hänger) zum Einsatz, der in einem Beitrag von OM Rudolf Klos auf der Webseite des FUNKAMATEUR’s zu finden ist. <<hier klicken>>

Der Beitrag hatte mich ermutigt einen Sloper zu testen, nachdem die zuvor installierte inverted L-Antenne nicht wirklich gute Ergebnisse brachte. Die Höhe war einfach zu gering und hätte mittels 18m oder 24m-GFK-Mast sicher verbessert werden können, doch die Abspannpunkte für einen so hohen Mast fehlten einfach. Bei Wimo kaufte ich den 160m-Sloper von EAntennas und diese ist auch schnell mit einfachen Mitteln aufgebaut. Leider waren coronabedingt alle Baumärkte in der Umgebung geschlossen, um nötige Baumaterialien zu kaufen. Also musste mal der einfach Weg genutzt werden und die Antenne war schnell geliefert.

Mittels Verlängerungsspule am Speisepunkt lässt sich die Strahlerlänge auf rund 17,5m einfach verkürzen. Mit einem 50er-KG-Rohr und reichlich Schaltlitze ist die Spule schnell gewickelt. Zum Anschließen des Koaxkabels wird dann der Innenleiter mit der Spule verbunden und der Außenleiter auf die Masse des Towers gelegt. Bauanleitungen sind in verschiedenen Formen im Internet zu finden.

Ein Balun sollte nicht verwendet werden. Jedoch kam es beim Aufbau zu einer kleinen Fehlerquelle, die sich später beim Abstimmen bemerkbar machte. Die Oxidschicht des verzinkten Towers war schon so massiv, dass kein Massekontakt zum Kopfteil des Towers vorhanden war. Nachdem die Kontaktfläche gereinigt wurde konnte auch ein gutes SWR erzielt werden.

Der Strahler wird dann im Winkel von 45° nach unten abgespannt und entfaltet dadurch sogar eine leichte Richtwirkung. Die Abspannpunkte habe ich flexibel festgelegt, um bedarfsweise die Richtung zu ändern. Geplant ist ein 2. Sloper und ein Stack-Match, um bequem die Richtungen hin- und herschalten zu können oder beide Sloper gleichzeitig nutzen zu können.

Der Tower stellt beim Sloper das Gegengewicht dar und ist praktisch der 2. Schenkel des Strahlers. Das Konstrukt arbeitet dann wie eine auf den Kopf gestellte Vertical.  Am Fuß meines Towers befindet sich ein Tiefenerder von 7,5m und einige Banderder hatte ich seinerzeit vergraben. Um den Fußpunktwiderstand der Antenne beim Abstimmen zu verbessern, hatte ich noch einige Radials vergraben, doch diese wirkten sich eher negativ auf den Blindwiderstand aus. In verschiedenen Quellen im Internet war zu lesen, dass der Tower als Gegengewicht ausreichend ist, andere OM’s berichteten, dass erst mit zusätzlichen Radials ein vernünftiges SWR erzielt werden konnte. Zudem hatte ich den Einfluss der Koaxkabels nicht mit berücksichtigt. Während am Tower am Antennenschalter des SWR recht gut war, war es im Shack weit über 2,5:1. Erst nachdem ich den Strahler erneut verkürzte kam ein gutes SWR zustande und pegelte sich bei 1840kHz auf 1:1,3 ein. Die Bandbreite der Antenne ist natürlich recht gering. Allerdings reicht es von Bandanfang bis etwa 1900kHz, um mit dem Tuner des TRX gut abstimmen zu können und ohne die PA zu stressen.

Der erste Test

Nachdem die Antenne nun angepasst war, wurde natürlich reichlich getestet. Die ersten beiden Tage konnte ich sogar in Australien in FT8 mit rund 100W gehört werden und das zur besten Greyline-Zeit. Das sogar mit einem recht ordentlichen Signal. Leider ist die Jahreszeit (Frühling 2021) im Moment nicht wirklich gute Topband-Zeit und im Herbst bzw. Winter wird sich vielleicht besser zeigen wie leistungsfähig diese Antenne ist.

Ein befreundeter OM und alter DXpeditionär hatte im Nachgang noch ein paar Tipps zu den Radials gegeben. Er nutzt diese Antenne erfolgreich in Hamburg und konnte immer gute Ergebnisse damit erzielen. Als Radials nutzt er großflächig Drahtgeflecht, welches man von Kaninchenställen her kennt. Dieses ließ er dann nach und nach einwachsen.

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