Einstieg in DMR – Einfacher als gedacht

D-Star war mitunter eine der ersten digitalen Sprachübertragung im Amateurfunk, die von ICOM etabliert und als Betriebsart in die UKW-Funkgeräte aufgenommen wurde. Yaesu hatte für sich auch eine eigene digitale Betriebsart entwickelt und C4FM in die neuen UKW-Geräte eingebaut. DMR hat sich bei den vielen unterschiedlichen digitalen Sprach-Betriebsarten hervorgetan und läuft den anderen „Digital Voice Modes“ den Rang ab. Es zeichnet sich ab, dass DMR in der Zukunft der Standard für die digitale Sprachübertragung werden wird.

Ich selbst habe mich lange gegen DMR und Co. verwehrt und hatte irgendwie durch Gespräche mit anderen OM’s oftmals das Gefühl, dass DMR was Hochkompliziertes sei. Begriffe wie Reflektor, Talkgroups, Codeplug, TimeSlot waren mir dabei völlig fremd. War es noch klassisches Funken oder doch mehr Kommunikation über Internet, fragte ich mich. Echolink kann man fast als Vorstufe sehen, denn auch hier wird das Internet für verschiedene Übertragungswege genutzt.

Durch einen befreundeten OM wurde ich irgendwann neugierig, da er mir immer mal hier und da über DMR berichtete. Nun waren zum Sommer hin die Bedingungen auf den KW-Bändern mäßig und ich hatte mich im Internet erst einmal über DMR schlau gemacht. Bei meiner Suche bin ich auf die sehr informative Webseite von Kim DG9VH gestoßen. Hier findet man alles zum Einstieg in DMR und zudem verschiedene Anleitungen und Tipps. Schöne Webseite wie ich finde und Kim hat sich damit viel Mühe gemacht. Daher will ich hier gar nicht zu sehr auf die DMR-Dinge eingehen, die Kim auf seiner Webseite als Fachmann beschrieben hat.

An meinem QTH gibt es im nähren Umfeld leider nur einen einzigen Repeater mit DMR-Einstieg.  DB0HGW in Greifswald kann ich zwar nur von einem benachbarten Ort vom Berg aus mit meinem Handheld erreichen, aber zum üben war es schon mal hilfreich.

Pro & Contra

Man muss sich jedoch ein wenig an die Modulation gewöhnen, weil die Sprache durch die Digitalisierung sehr komprimiert wirkt und die Stimmen hören sich wie Computerstimmen teilweise an. Auch erfolgt die Übertragung mit einer gewissen Latenz (Verzögerung). Man muss sich also etwas Zeit beim Antworten und auch beim Senden lassen, damit die Sprache richtig verarbeitet werden kann.

Der Einstieg

Für zu Hause habe ich mir nun einen MMDVM-Hotspot bei ebay gekauft und diesen mit pi-star zum Laufen gebracht. Per Hotspot kann man nun mit seinem Handheld, welches DMR-fähig sein sollte, in die DMR-Welt eintauchen. Vorausgesetzt ist eine Registrierung für DMR auf der Registrierungsseite für Digitale Voice Dienste und nach ein paar Tagen erhält man seine DMR-ID per E-Mail. Diese wird für die künftigen Aktivitäten benötigt, damit man im DMR-Netzwerk wiedererkannt wird. Ein weiteres Netzwerk zu DMR stellt das Brandmeister-Netzwerk da auf dessen Basis die Verbindungen größtenteils erfolgen. Nun bin ich ehrlich gesagt noch kein DMR-Fachmann seit ein paar Wochen. Die Anleitung zum Brandmeister-Netzwerk, kurz BM, ist allerdings sehr hilfreich und erklärt auch noch mal viele wichtige Dinge rund um DMR, die ich hier nicht noch einmal neu aufschreiben will. 😉

Hardware

Für DMR gibt es meistens Geräte von Hytera, Tytera, Retevis, Anytone, aber auch Alinco u.a.. Die großen Hersteller wie Kenwood, Yaesu oder ICOM haben in diesem Segment noch nicht nachgezogen.

Ich habe mich für das Anytone AT-D868UV entschieden. Das Gerät erlaubt analogen FM-Betrieb und auch den Betrieb per DMR. Es kostet um die 169€ und ist solide verarbeitet.

Die aufwändigste Arbeit ist es in DMR den Codepluf zu erstellen, was nichts anderes ist, als die Einstellungen für das jeweilige Funkgerät mit seinen Kanälen, Talkgroups, Geräteeinstellungen selbst, aber auch „Digital Contact Lists“. Letztere beinhalten die Informationen jeder Station zu den DMR-ID’s. Man kann so im Display des Funkgerätes einen registrierten DMR-Nutzer mit Namen und Rufzeichen anzeigen lassen. Zum Glück gibt es Webseiten wo man die fertigen Digital Contact Lists für sein Funkgerät herunterladen kann. Diese kann man per Importfunktion der Programme hochladen.

Den Codeplug kann man mit entsprechenden Programmen der Hersteller bearbeiten und auf die Funkgeräte laden. Die reine Programmierung über das Gerät selbst ist zumeist sehr aufwändig und einige Einstellungen lassen sich wirklich nur mit dem Programm durchführen. Bis man die optimale Einstellung gefunden hat kann es schon ein Weilchen dauern. Im Internet findet man jedoch verschiedene Codeplugs die man für sich umschreiben kann. Einfach mal Google fragen (hi)!

Hotspots stellen wenn man es so nimmt die Brücke vom Funkgerät ins Internet dar. Per LAN oder WLAN lassen sich diese an das heimische Internet anschließen und schon kann man rund um die Welt funken. Besonders da wo DMR-Repeater nicht vorhanden sind, oder die Lage erlaubt nicht den Einstieg per HF, ist hier ein Hotspot absolut hilfreich. Diese senden mit ca. 10mW und innerhalb einer Wohnung oder im Eigenheim kann man mit dem Hotspot Verbindung ins das DMR-Netzwerk aufnehmen.

Fazit

Meinen Hotspot habe ich nun soweit programmiert, dass ich per WLAN mit meinem Smartphone in das DMR-Netzwerk einsteigen kann. Während eines Aufenthalts in Ostfriesland, wo die Repeater auch spärlich gesät sind, konnte ich so mit einem befreundeten OM in Thürigen Kontakt aufnehmen, welcher den örtlichen Repeater nutzte. Die Verwendung von HF und Internet, um etwaige Lücken zu überbrücken, macht durchaus Sinn und auch Spaß. Der Einstieg ist nach dem Einlesen in die Materie auch leichter als gedacht und Freunde oder Bekannte die DMR vielleicht nutzen können hier sicher auch Tipps geben und das erste QSO ermöglichen.

1 Kommentar

  1. Heinz

    Garnicht so schlecht wenn man über diese Schiene Nachwuchs generieren könnte.
    Nach 5 Jahren Investition in diese Spielerei wage ich es zu bezweifeln.
    Wer Spass daran hat soll sich erfreuen. Wenn mal ein sogenanntes Netz ausfällt weil sein Erfinder verstorben oder keine Lust mehr hat, kann man sein Relais ja immer noch ganz normal als lokales Relais betreiben.Also ihr“Alten“ seid ein bisschen tolerant und lasst den Kleinen ihr Spielzeug:-)).
    Icom ist da etwas im Vorteil. Solange die ihre Teile verkaufen, wird das Netz bestehen bleiben. Garantiert!!!!
    Das ist bei Brandstifter und CO nicht gewährleistet.Echolink ist der Vorläufer und zeigt uns wie es endet. Jeder hat so etwas und keiner braucht’s. 5 Millionen Echolinkknoten weltweit und 3 werden täglich genutzt:-))… Die Hard- und SoftwareBranche dankt es uns. Ähnlich wie bei Hamnet. Ein gutes Zubrot für Ubiquiti und CO.Tausende von Spiegeln auf deutschen Dächern. Wofür???? Man hat’s halt. Was mach ich eigentlich nachher damit? Da bring ich die Protagonisten nachher ganz schön in ErklärungsNotstand:-)
    Ochjo Heinzi…..Nu komm mal wieder runter:-))) irgendwann kommt einer zu dir und fragt dich nach Details zu deiner supertruperSDR-Maschine für KW und du musst passen:-))merkscht was sagt der Pälzer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: