Wait and Pounce – Das Tool für die FT8-DX-Jagd
DX-Jagd kostet Zeit und manchmal auch den Schlaf, gerade wenn die begehrte Station erst zur Greyline hörbar ist und gearbeitet werden kann.
Es gibt natürlich umstrittene Programme wie WSJT-Z, einem Clon von WSJT-X, in dem einige hilfreiche Tools eingebaut sind. Es ermöglicht den nahezu automatischen Betrieb, wovon ich jedoch kein großer Freund bin. Ich suche lieber gezielt DX-Stationen. Der automatische Betrieb hat seine Tücken und wenn sich WSJT-Z selbstständig macht ist man schnell „Mode“ auf dem Band und gerade bei der DX-Jagd. Also Vorsicht! WSJT-Z ist allerdings auch so vergurkst vom vielen Umprogrammieren, dass es regelrecht „verschlimmbessert“ ist und gerne auch unverhofft bei mir abstürzt.
WSJT-Z fängt irgendwann an automatisch CQ zu rufen und das in einem Pileup ist nicht nur störend sondern auch peinlich. Oft sieht man rufende Stationen in FT8 in einem Pileup, während die vermeintliche DX-Station schon lange Bandwechsel oder QRT gemacht hat. Dann sieht man jedoch Stationen die trotzdem weiter unentwegt fast Stunden rufen.
JTDX hat eine Funktion die es ermöglich die gewünschte Station nach dem Auftauchen auf dem Band zu rufen. Das soll ganz gut klappen, aber selbst nutze ich meistens WSJT-X improved. Die Bedienung ist mir einfach vertrauter. Doch WSJT-X hat keine Funktion die automatisch die gewünschte Station selbsttätig ruft, wenn diese auf dem Band auftaucht.
Ein gutes Tool ist hierbei das kleine Programm „Wait and Pounce“, dass im Zusammenspiel mit WSJT-X ganz gut funktioniert. JTDX wird allerdings auch unterstützt.

Bei der Jagd auf KP5/NP3VI auf Desecheo Island gab es manchmal nur kurze Durchgänge, bei denen die Station gehört werden konnte und dann war sie auch wieder weg. KP5/NP3VI hat nur mit geringer Sendeleistung gearbeitet und damit war es sehr schwer Signale brauchbar aufnehmen zu können. In dem Falle half das Programm „Wait and Pounce“, da ich die Nächte davor immer wieder vergeblich aufgestanden bin und gewartet habe. Entweder war die Station auf einer völlig anderen Frequenz oder Mode unterwegs, oder die Bedingungen waren einfach mies.

Wait and Pounce hat dann selbsttätig WSJT-X gestartet und rief die begehrte DX-Station dann an. Im Falle, dass die Gegenstation nun kein RR73 sendet, kann man in den Einstellungen die Zeit einstellen, um nicht ewig weiterzusenden. Die Einstellungen muss man einfach selbst austesten und anpassen.
Die gewünschte Station muss dabei unten in das Rufzeichenfeld eingegeben werden und der Schieber „Reply“ muss aktiviert sein. Damit alles funktioniert muss die Schaltfläche „Monitoring“ aktiviert sein.
Einstellungen in WSJT-X und Wait and Pounce
Damit sich beide Programme WSJT-X und Wait and Pounce auch unterhalten können müssen die Einstellungen für den UDP-Server passen.
Selbst nutze ich neben den oben genannten Programmen auch JT-Alert. Andere nutzen auch Gridtracker und viele Programme auf einer Server-IP-Adresse funktionieren manchmal nicht wie es soll. Daher ist die Verwendung der typischen Server-IP 127.0.0.1 oder localhost problematisch und die Hilfe ist die Multicast-IP 224.0.0.73 mit Port 2237. Ich musste etwas experimentieren, da die 224.0.0.1 nicht so richtig wollte.
Multicast mit 224.0.0.1 ist die Gruppe aller Hosts . Wenn Sie diese Gruppe anpingen, sollten alle Multicast-fähigen Hosts im Netzwerk antworten, da jeder Multicast-fähige Host beim Start über alle seine Multicast-fähigen Schnittstellen dieser Gruppe beitreten muss.
WSJT-X

Wait and Pounce

Download & Installation
Entwickelt hat das Programm Cedric F5UKW und es ist auf der Plattform SOURCEFORGE abgelegt.
Das Programm benötigt keine besondere Installation. Man kann es nach dem Download direkt starten. Selbst habe ich es in einen Programmordner abgelegt und man muss diesen manuell anlegen und später auch löschen. Einstellungen werden im Ordner %/AppData/Roaming von Windows gespeichert. Es geht damit nichts verloren, wenn man mal eine neue Version von Wait and Pounce nutzt.

