SolidSDR: Der FlexRadio-Client für den Webbrowser – Ohne Installation direkt ins Band
Wer ein FlexRadio der 6000er- oder 8000er-Serie im Shack stehen hat, greift standardmäßig zu SmartSDR für Windows, macOS oder iOS. Doch Hand aufs Herz: Manchmal möchte man einfach mal schnell von einem anderen Rechner im lokalen Netzwerk reinhören oder operieren, ohne gleich fette Softwarepakete installieren zu müssen. Genau hier kommt ein extrem spannendes Open-Source-Projekt ins Spiel: SolidSDR.
SolidSDR ist ein plattformübergreifender, webbasierter Client für FlexRadios. Das Geniale daran: Die gesamte Bedienoberfläche läuft rein im klassischen Webbrowser. Egal ob Linux, Windows, Mac oder sogar ein Tablet – Browser auf, und die Kiste läuft.
Wie funktioniert das unter der Haube?
Hinter SolidSDR steckt ein cleveres Konzept. Die Software teilt sich auf in einen kleinen, schlanken Serverteil (geschrieben in Go) und die eigentliche Web-App. Der Server läuft lokal auf dem Rechner und schlägt die Brücke zum FlexRadio. Für die Übertragung von Audio und Steuerdaten nutzt das Projekt WebRTC – also genau die Technologie, die wir auch von flüssigen Videokonferenzen im Web kennen.
Das Ergebnis? Die Latenz ist überraschend gering und die Panafall-Anzeige (Panadapter und Wasserfall) läuft absolut flüssig.
Installation und Verbindung per localhost: Einfacher geht’s kaum
Wer Angst vor komplizierten Konsolen-Befehlen hat, kann aufatmen. Die Einrichtung ist in weniger als zwei Minuten erledigt:
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Herunterladen & Starten: Man lädt sich das fertige Release für sein Betriebssystem herunter und startet die ausführbare Datei.
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Ab in den Browser: Jetzt öffnet man einfach einen Webbrowser seiner Wahl (z. B. Chrome oder Firefox) und tippt in die Adresszeile:
http://localhost:8080(oder den entsprechenden Port). -
Verbinden: Der Server scannt das lokale Netzwerk automatisch nach verfügbaren FlexRadios ab. Ein Klick auf den gefundenen Transceiver, und schon öffnet sich die gewohnte SDR-Oberfläche direkt im Browserfenster.

Will man das Ganze im gesamten Heimnetzwerk nutzen, reicht es, die lokale IP-Adresse des Rechners einzugeben, auf dem der SolidSDR-Server läuft. Wer die Verbindung verschlüsseln möchte (z. B. für den Zugriff per Tablet über WLAN), kann problemlos einen Reverse-Proxy wie Caddy davorhängen.
Digitale Betriebsarten und CAT-Control? Läuft!
Ein echter Web-Client ist schön und gut, aber was ist mit FT8, FT4 oder CW? Auch daran wurde gedacht. Über virtuelle Audiokabel (wie VB-Audio Cable) lässt sich das Audiosignal sauber abgreifen. Im FlexRadio-Forum berichten Nutzer bereits von erfolgreichen Digimode-Aktivitäten via WSJT-X auf dem Mac oder PC.
Auch die CAT-Steuerung funktioniert astrein: In der Logging- oder Digimode-Software wählt man einfach FlexRadio SmartSDR Slice A als Rig aus und trägt die IP-Adresse des Flex als Netzwerk-Server ein. Schon synchronisieren sich die Frequenzen und auch die PTT-Steuerung klappt reibungslos.
Ständige Weiterentwicklung
Das Projekt ist brandneu und extrem dynamisch. Regelmäßig erscheinen Updates (aktuell ist die Version 0.1.6), die clevere Features nachliefern. So wurde jüngst das Handling von Profilen (TX- und Mic-Profile) direkt in der Seitenleiste optimiert und ein globaler Schalter für TNFs (Tracking Notch Filter) im Kontextmenü des Wasserfalls integriert. Sogar die Steuerung von TNFs via MIDI-Controller ist mittlerweile möglich.
Fazit
SolidSDR zeigt eindrucksvoll, was moderne Webtechnologien im Amateurfunk leisten können. Für den schnellen, unkomplizierten Zugriff im Shack oder auf der Couch ist dieser Webclient eine echte Bereicherung und bringt eine völlig neue Flexibilität in die FlexRadio-Welt. Das Projekt ist komplett Open Source (zu finden auf GitHub unter daveisadork/solid-sdr). Ausprobieren lohnt sich definitiv!

