Lioncast LX-50 – Headset für den ICOM IC-7300 oder IC-7600/IC-7610

Vor einigen Jahren habe ich mir ein Headset nach eigenen Wünschen gebaut und hierzu kam ein Sennheiser-Kopfhörer, sowie ein Boom-Mikrofon von HEIL mit HC-IC-Kapsel zu Einsatz. Doch war ich nie so richtig zufrieden mit der Moduation des HEIL-Mikrofons. Wie ich gelernt habe, muss man HEIL-Mikrofone mit hohem MIC GAIN oder Vorverstärker an den ICOM’s betreiben. Irgendwie war die Modulation zu dünn oder übersteuert. Im Conest sagte man mir einst „Woooow strange modulation…“

Über die Monitor-Funktion versuchte ich eine etwas erträgliche Einstellung zu finden, doch irgendwie war ich zu blöd dazu. Die OM’s aus den USA schwören ja reihenweise auf die HEIL-Mikrofone, doch der Preis einiger Modelle entsprsach leider nicht dem und der Qualität was ich mir im Betrieb erhoffe. Sicher hat jemand andere Erfahrungen damit gemacht!? Ich kann mich nur auf verschiedene Headset-Versionen mit HC-4, HC-5 oder HC-IC-Kapsel berufen.

Olaf Grudmann DM2CM hatte mir vor einiger Zeit schon ein schönes Studio-Mikrofon für den ICOM gefertigt, womit ich bis heute rundum zufrieden bin. Nun hatte mir Olaf eine Empfehlung zum Lioncast LX-50 (eigentlich ein Gaming Headset) gegeben und ich zögerte nicht lange und kaufte es bei ihm. Ein paar Tage später traf es dann per Post ein und ich konnte es kaum erwarten es in Betrieb zu nehmen. Zwischendurch hatte ich es mal mit einem Gaming Headset von Sennheiser für rund 80€ versucht, doch das war nichts und die Ernüchterung kam sehr schnell.

Das Lioncast LX-50 machte beim Auspacken schon einen guten und hochwertigen Eindruck. Die Qualität der Verarbeitung ist wirklich gut. Ein Satz Ohrpolster lagen zudem bei. Erfreulich war auch, dass das Anschlusskabel gesamt sehr lang ist, aber man kann das Headset-Kabel auch auf rund 1m verkürzen, wobei das Kabel in einem 4-poligen 3,5mm-Klinkenstecker endet. Hierzu lag der Lieferung ein Y-Kabel bei, um Kopfhörer und Mikrofon zu separieren. Das Mikrofon wird mit einem Klinkenstecker mit den Ohrmuscheln verbunden und sozusagen angesteckt. Praktisch, wenn man mal das Headset zum Fieldday mitnehmen will und kein Platz mehr im Gerätekoffer ist, oder man Beschädigungen beim Transport vermeiden will.

Das Liocast LX-50 wurde zur Inbetriebnahme mit dem MicroKeyer II mikrofonseitig über die 3,5mm-Klinkenbuchse verbunden und zugeschaltet im Programm uRouter.  Der Kopfhörer-Anschluss wurde per Verlängerungskabel mit dem ICOM verbunden. Los gings…

Die Ohrpolster decken optimal die Ohren ab und Umgebungsgeräusche sind kaum noch zu hören. Die Passform und das Gewicht ist sehr angenehm. Der Druck auf Ohren bzw. Kopf ist besonders für Contestbetrieb in Ordnung. Man bekommt auf Dauer keine „glühenden Ohren“, wie bei einem offenen Kopfhörer. 

Nun ging es an die Einstellungen im ICOM. Der IC-7600 wie auch der neue IC-7610 bieten die Möglichkeit Bässe und Höhen des Mikrofons getrennt einzustellen. Hierbei habe ich durch umherspielen mit der Monitorfunktion verschiedene Einstellungen ausprobiert. Letzlich bin ich bei Bass -1 und Treble (Höhe) +5 gelandet. Auf dem 160m-Band führte ich ein paar QSO’s und alle Nachfragen zu Modulation wurden positiv beantwortet. Im Test hatte sogar jemand im Vorfeld gewusst welchen TRX-Typ ich nutze, nachdem ich das Headset auch mal an den IC-7300 geklemmt habe. 

Erfreulich und auch erstaunlich war bisher, dass ich bei Nutzung des Lioncast LX-50 im Pileup schneller von der Gegenstation gehört wurde. War es Zufall oder ist die Modulation doch satter??? Keine Ahnung… Aber im Pileup gen South Cook Island  (E51) mit 100W und 3 Element Beam konnte ich im Pileup aus der Masse schnell rausgepickt werden. Aber das ist alles nur Vermutung 😉

Mein persönliches Fazit ist, dass Qualität nicht immer extrem teuer sein muss und ein bekannter Name auf den Ohrmuscheln stehen muss. Dieses beweist das Lioncast LX-50 mit einem Preis rund um 60€ und ist sein Geld allemal wert. 

8 Kommentare

  1. Alex

    Danke für den Beitrag, werde ich auch mal probieren
    Empfehlenswert ist auch das KOSS SB-45 welches baugleich mit dem Yamaha CM 100 ist.
    Dieses ist am K3 mehrfach erprobt, auch bei mir am 7300
    Diese gibt’s nicht nur neu so um die 40 Euro, sondern auch öfters in Ebay so um die 20 Euro

  2. DM2RM (Beitrag Autor)

    Hallo Alex, besten Dank für den Tipp. Das Yamaha CM 100 hatte ich auch schon mal im Visir, doch es war in der EU nicht mehr erhältlich. Das wäre auch eine gute Alternative. Das KOSS SB-45 muss ich mir mal genauer anschauen.
    73 de Ronny DM2RM

  3. DM2RM (Beitrag Autor)

    Jo Andy, bin damit superzufrieden und ich nutze es im Moment nur noch. Die Modulation scheint ein Pileup-Cracker zu sein. Bin damit stets gut bei viel Tumult auf den Bändern gut durchgekommen.
    Die Verarbeitung ist auch absolut toll. Lioncast kommt aus Berlin. Also „Made in Germany“
    Für den Preis muss es kein teures Heil-Headset sein, welches ein Vielfaches kostet.

    73 de Ronny DM2RM

  4. andy, dl1xas

    ..und hast du schon etwas Erfahrung gesammelt?

  5. Roland DG2SEG

    Habe das Lioncast LX-50 zuerst bei OM Olaf Grundmann DM2CM auf seiner Webseite gesehen.
    Das hörte sich sehr interessant an. Beim nachforschen bin ich dann auf Deine Seite gestoßen lieber Ronny.
    Dein sehr positiver Bericht hat mich dann vollends überzeugt.
    Hatte mir vor ein paar Jahren ein Heilset Headset für meinen damaligen Yaesu FT897D gekauft um den Funkbetrieb YL-tauglicher zu machen;)
    Am Yaesu funktionierte das Headset allerdings auch erst an einem EQplus von W2IHY nach langem testen und probieren.
    Letztes Jahr dann der Umstieg auf einen IC-7300.
    Hier taugt das Heil Headset leider kaum etwas. Daher habe ich mir dann auch ein Icom SM-30 gekauft.
    Deutlich bessere Modulation aber bringt leider auch etwas Hintergrund mit.
    Gestern habe ich mir dann besagtes Lioncast LX-50 gekauft.
    Heute die ersten Tests und ich kann auch nur bestätigen das ich deutlich besser durchkomme.
    Denke ich werde jetzt nur noch das Lioncast LX-50 hier an meinem IC-7300 benutzen 🙂
    Meine Antenne ist wegen der beschränkten Möglichkeiten eine ca. 3,5 m lang Military Whip Vertikal hier auf unserer Terrasse installiert.
    Dank neuem Headset klappt es jetzt merklich besser.

  6. DM2RM (Beitrag Autor)

    Hallo Roland,

    besten Dank für deine Rückmeldung! Dann geht es zum Glück nicht nur mir so und ich hatte mit dem SM-30 gleiche Erfahrungen gemacht. Das SM-30 hat zu viel Hall aus dem Raum mit aufgenommen und dadurch war die Modulation nicht besonders kräftig. Mit dem LX-50 bin ich meistens QRV und es bleibt ein Pilup-Cracker. Gestern habe ich per Zufall mit Olaf DM2CM telefoniert und ich hatte ihm auch nochmal über meine Erfahrungen berichtet.
    Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach top und die Verarbeitung ist auch toll für diesen Preis. Nebenbei habe ich erfahren, dass Lioncast in Berlin ansässig ist. Also „Made in Germany“ 😉

    73 und viel Spaß mit dem LX-50!!!
    Ronny DM2RM

  7. DM2RM (Beitrag Autor)

    Hallo Ali,

    Du kannst das Headset auch per Adapter an die Mic-Buchse anschließen. Das klappt problemlos. Ich nutze 2 Mic’s und habe beide an meinen MicroKeyer II angeschlossen. Das kann man aber alles umgehen und direkt anschließen.
    Den Adapter kann man leicht selbst bauen, bevor man teure Heil-Adapter für viel Geld kauft. Mic-Stecker und ein 3.5mm Y-Klinkenkabel reichen und man ist keine 5€ los. Man muss nur bei ebay etwas stöbern.
    Habe am Wochenende das LX-50 im Fieldday vergleichen können.
    Das LX-50 benötigte mit einem IC-7400 weniger Mic-Gain (10 Uhr) und COMP auf 2, was schon zu viel war.
    Habe mir noch das LX-16 bestellt für den nächsten Fieldday. Das Mic ist das Gleiche…
    Viel Spaß beim probieren und testen.

    73 de Ronny DM2RM

  8. Bernd Ahlgrimm

    Hallo Ronny, das klingt gut. Da ich auch einen IC 7300 betreibe, bin ich neugierig geworden. Du schreibst: „Das Liocast LX-50 wurde zur Inbetriebnahme mit dem MicroKeyer II mikrofonseitig über die 3,5mm-Klinkenbuchse verbunden und zugeschaltet im Programm uRouter.“ Da kann ich nicht so richtig folgen. MK II (ist das wirklich notwendig??)müsste ich kaufen (ca 340,-€ ??)und wie ist das mit dem Programm uRouter, was ist das und wo ist es drauf?? Die Frage klingt vielleicht etwas deletant….aber egal, ich möchte es schon wissen. Für längere Antworten kannst Du gern meine E-mailAdr benutzen. dl5non@darc geht auch. 73,Ali DL5NON

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