Der Versatower BP40

20140329_145954Bereits im vergangenen Jahr habe ich das Internet nach einem guten Tower für meine künftige Kurzwellenantenne durchforstet. Immer wieder stieß ich auf  Tower die entweder zu teuer oder zu rostig oder zu groß oder zu weit weg waren. Irgendwie musste dieser wenn dann auch befördert werden. EIne Spedition kostet bekannlich auch eine Menge Geld und so blieb nur der große Doppelachs-Anhänger meines Schwagers zum Transport.

Der Versatower BP40 hatte die besten Voraussetzungen. Das größte Element war 6,25m lang und passte somit perfekt auf einen Anhänger und nun fand ich endlich ein passendes Angebot in einer Anzeige. 500 Euro und abzuholen in Nordfriesland. Ein netter OM aus Husum hatte den Versatower für einen befreundeten OM aus der Nähe von Friedrichstdt ins Internet gestellt. Zu meinem Glück war der Tower dann auch noch zu haben. Beruflich war ich dann in Nordfriesland unterwegs und konnte mir den Tower direkt anschauen und ich wusste sofort, das ist meiner.

BP40 1Mitte März 2014 ging es dann früh los auf die A20 Richtung Lübeck und quer gen Norden nach Rendsburg und über die Dörfer in die Nähe von Friedrichstadt. Der OM hatte alles perfekt vorbereitet und der Nachbarsjunge kam mit dem Traktor mit Hubarm und schnell war alles verladen. Dann die Spanngurte zum Verzurren umgelegt und ab ging es in Richtung Heimat. Nach 10 Stunden auf der Autobahn waren Fahrer und Beifahrer k.o. für den Tag. Bei der Ankunft  wurde der Tower noch abgeladen und erst einmal für den Sommer in unser Damwild-Gehege verfrachtet.Kabelrohrschacht

Im Sommer ging es am Haus an die Bauarbeiten für die neue Terrasse und wir bekamen von einem Bekannten einen Minibagger für die Erdarbeiten. Als die Terrasse grob fertig war musste noch der Schacht für das Kabelrohr verlegt werden. Mit einem 50m langen Kabelrohr mit 100mm Durchmesser sollte es vom Shack bis knapp zum Tower gehen. Die letzten paar Meter sollten mit einem gelben Entwässerungsrohr bis zum Tower verlängert werden. Zuvor musste aber das Loch für das Fundament ausgehoben werden. Dank des Minibaggers war das eine Aktion von wenigen Minuten und schnell waren 1,50×1,50×1,00m ausgehoben.

FundamentDie Überlegung war dann das Fundament per Fahrmischer zu gießen, doch man konnte mit einem LKW schlecht an das Loch herankommen. So entschieden wir uns für einen alten DDR-Betonmischer mit 75l Fassungsvermögen. Ca. 20 Säcke Zement gingen dabei durch den Mischer und die entsprechenden Kubikmeter Sand. Das vorab geschweißte Gestell mit den Gewindestangen wurde dann ausgerichtet und fixiert. Dann ging an einem Julimorgen die Arbeit vor der Hitze los und alle schippten auf Hochtouren bevor die Mittagssonne die letzte Kraft raubte. Pünktlich zum Mittag war das Fundament fertig und die Oberfläche mit einer Glättkelle abgezogen. Nun musste gewässert und gewartet werden, dass das Fundament durchtrockent. Ein Monat lang musste alles ruhen.

Dann konnte ich es kaum erwarten und der Minibagger war auch noch da. Der Fuss des Towers wurde mit einem Gurt am Hubarm mit einem Bolzen befestigt und in seine Position gebracht. Das konnte ich sogar allein durchführen und schnell war der Fuss des Towers aufgesetzt und ausgerichtet. Mit je 2xM24 Muttern wurden die vier Befestigungspunkte festgeschraubt und ein paar Tage später wurde dann der Tower an dem Fuss befestigt. Die Seile wurden montiert und der erste Probelauf verlief optimal. Nun musste nur noch das Kopfstück vorbereitet werden.

EndmontageAm Kopfstück schraube ich einen guterhaltenen Kenpro KR-2000 den ich von einem befreundeten OM einst gekauft hatte. Nachdem alles angeschraubt und ausgerichtet war passierte was passieren musste. Eine Klembacke des Rotors gab den Geist auf und eine Umdrehung an einer der Spannschrauben um das Rohr für die Antenne festzuklemmen brach ein Stück der Klemmbacke heraus. Wie sagt man nicht umsonst „Nach fest kommt lose“ 🙂

Im Internet bei UKW-Berichte wurde dann ein Klemmbackensatz neu bestellt und ein paar Tage später war dann das Kopfstück des Towers fertig für die Entmontage. Während der Wartezeit für die Klemmbacken nutze ich die Zeit und machte den alten FB-13 Rotary Dipol wieder flott, den mir ein alter Kollege und OM aus Hamburg überlies. Nachdem die Kontakte gereinigt waren und das SWR-Meter ganz gute Werte anzeigte, wurde dieser in Wartestellung gebracht. Eine HB9CV für das 6m-Band wurde auch zusammengeschraubt und nun konnte es losgehen.Richtfest

 

20 Kommentare

  1. Michael Hein

    Ronny wie schwer war der BP 40 konntet Ihr den auf den Hänger heben ?
    Ich möcht einen BP 40 abholen bekommt man den zu zweit gehoben ? Auch die Stütze ?

    73 DL5MH

  2. Wolfgang

    Hallo Ron,
    danke für die maße und das gesamtgewicht. Das reicht mal für’s erste.

    🙂 Wolfgang

  3. Christian

    Hallo Ronny,

    ich finde deinen Beitrag sehr hilfreich. Bei mir liegt seit vergangener Woche auch ein BP40 auf dem Hof, allerdings ohne Mastfuß. Ich möchte mir einen bauen lassen, finde jedoch keinerlei Zeichnung im Netz. Die Maße der Grundplatte und auch die Höhe hast du je bereits angegeben. Könntest du mir bitte die Dicke der Grundplatte und auch die Maße der dreieckigen Verstrebungen angeben. So könnte ich dem Metallbauer eine ordentliche Zeichnung machen. Wenn es dir möglich ist wären ein paar Detailfotos der oberen und unteren Mastaufnahme, der Umlenkrollen und der Aufnahme der Winde sehr Hilfreich für mich.
    Mit freundlichen Grüßen
    Christian DH3CW

  4. DM2RM (Beitrag Autor)

    Moin Christian, magst du mir eine E-Mail schicken, damit ich deine habe. Meine ist in qrz.com zu finden. Dann kann ich dir die Bilder und auch Kopien vom Handbuch schicken.

    73 de Ronny DM2RM

  5. Michael

    Hallo Ronny ich mal wieder Drehgerät ist nun okay kalibriert nur mit dem Mast bin ich noch nicht fertig. Kanst Du mir Bilder schicken wo ich sehe wie das Seil geführt wird um den Mast auszufahren, die Kippvorrichtung habe ich fast fertig muß das Seil erneuern habe bei Hofi eins mit Seilgausche in Originalausführung bekommen.

  6. DM2RM (Beitrag Autor)

    DU hast Post 😉

  7. Michael

    hast du jetzt einen Bp 60 ? und einen FB 35 von Fritzel

  8. DM2RM (Beitrag Autor)

    Nein alles wie gehabt. Die Anleitung ist nur für beide…

  9. Michael

    Das Bild von deinem BP 40 in waagerecht mit dem Dammwild wäre die optimale Position für die Seilführung hast die näher ? Bis dann mal wieder,

  10. DM2RM (Beitrag Autor)

    Dsfür ist der Aufwand zu groß, da ich einiges abklemmen muss. Geht es mit der Zeichnung nicht auch?

  11. Michael

    geht, ich dachte hattest noch eine andere alte Aufnahme von früher.Bis bald

  12. DM2RM (Beitrag Autor)

    Leider nicht. Bin schon hochgeklettert. Aber mit einer Hand knipsen war etwas schwierig.

  13. Michael

    Sollte ich die Elemente blank machen (habe Putzfließ und sehr feine Stahlwolle)und mit Elsterglanz versiegeln ?

  14. DM2RM (Beitrag Autor)

    Die Verbindungsstellen würde ich schon reinigen. Mit Elsterglanz müssen siexwohl nicht poliert werden.

  15. Michael

    Der Rest macht also keinen Sinn nur optik ? Wir haben vor kurzem einen 40m Monobandbeam in unserer Klubstation montiert da war solch Paste bei brauch man so was ?

  16. Michael

    Bis dann .

  17. DM2RM (Beitrag Autor)

    Wenn es Korrosionsschutz ist, dann macht es Sinn die Verbindungsstellen damit zu behandeln. Der Rest ist vergebene Mühe. Paar Male Regen und er sieht aus wie vorher.

  18. Michael

    okay ich erkundige mich bis dann mal wieder .

  19. Christian

    So ein Projekt kommt demnächst auch auf mich zu. Hast du Unterlagen zu dem Mast ? Kennst du den unterschied zwischen Kopfstück H2 und H3 ?
    Vielen Dank
    Chrisitan

  20. DM2RM (Beitrag Autor)

    Moin Christian,

    ich habe noch eine Art Handbuch von Fritzel (heute Hofi), die den BP40 wohl mal vertrieben haben.
    Das H2-Kopfstück ist laut den Unterlagen für Rotoren bis 220mm ausgelegt und das H3-Kopfstück ist für Rotoren bis 300mm Durchmesser.
    Diese Werte konnte ich einer alten Preisliste entnehmen, denn in der Anleitung selbst ist davon auf die Schnelle nichts zu finden.

    Eine Statik habe ich zwar auch noch, aber die ist wertlos, da für heutige Bauanträge die Normen anders sind als von 20 Jahren.
    Allerdings stand mein BP40 mal auf Sylt und hat 200km/h Winden getrotzt, wie mir der Vorbesitzer versicherte.

    Viel Glück bei deinem Projekt und mit dem Tower…

    73 de Ronny DM2RM

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